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Beteiligung Masterplan-Projekt „Uni trifft City“

Im Rahmen des Masterplan-Projektes „Uni trifft City“ möchte die Stadt Bonn den Straßenzug Rathausgasse/Am Hof/Wesselstraße von einer Hauptverkehrsachse zu einem öffentlichen Raum mit mehr Aufenthaltsqualität entwickeln. Die im März 2023 vom Rat beschlossene Grundkonzeption sieht eine ebene Verkehrsfläche vor, ohne wesentliche Barrieren und Kanten, mit taktilen Leitsystemen für sehbehinderte Menschen. Die Aufenthaltsqualität soll erhöht und viele Schatten spendende Bäume gepflanzt werden. Die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs soll auf maximal 20 km/h reduziert werden. Perspektivisch soll die Achse stark vom motorisierten Verkehr entlastet werden, um die Aufenthaltsqualität zu steigern und den Bereich stärker in die Fußgängerzone zu integrieren. Bus-, Rad- und der verbleibende Kfz-Verkehr in Richtung Busbahnhof sollen in dem Straßenzug im Mischverkehr geführt werden. In Gegenrichtung wird nur der Radverkehr zugelassen und auf einem gesondert hervorgehobenen Streifen Richtung Rhein geführt.

Im Juni ´23 konnten Bürger*innen in verschiedenen Beteiligungsformaten Fragen und Anregungen zur konkreten Gestaltung und Möblierung erörtern und Ideen für die größeren Platzbereiche und Seitenräume einbringen:

  • Über bonn-macht-mit.de gab es vom 01. bis 18.06. eine Onlinebeteiligung
  • Am 01.06. fand eine gut besuchte Abendveranstaltung im Festsaal der Uni Bonn statt, auf der Vertreter*innen des Stadtplanungsamtes den Stand der Planung vorstellten und mit den Bürger*innen darüber diskutierten und Anregungen aufnahmen;
  • Am 05.06. befragten das Stadtplanungsamt und das Innenstadt-Management vor Ort – am Bischofsplatz und am Martinsplatz – rund 80 Passant*innen nach ihren Ideen und Wünschen für den Umbau.

Insgesamt gab es durchaus positive Rückmeldungen zu den bisherigen Planungen. So stießen die Ideen zur Verkehrsberuhigung und einem schöneren Umfeld zum Flanieren und Verweilen durchweg auf Resonanz. Es wurde jedoch auch deutlich, dass es ein Spannungsfeld zwischen der Verkehrsberuhigung und der Gewährleistung der Zugänglichkeit der Innenstadt gibt. Weniger Verkehr ist zwar angenehm aber es sollte weiterhin der Verkehr von Bussen gewährleistet sein. Auch der individuelle PKW-Verkehr (für Anwohnende, geheingeschränkte Personen, Ladenbetreiber*innen vor Ort) und Lieferverkehr war für Einige ein wesentliches Thema. Grundsätzlich wünschen sich Anwohnende und Ladenbetreiber*innen Möglichkeiten zum Parken in der Innenstadt.

Aus Sicht der Fahrradfahrenden wurde die separate Spur in Richtung Rhein begrüßt, teils wurde diese aber auch als nicht ausreichend sicher eingestuft (z.B. keine durchgehende physische Fahrbahntrennung). Für die Radverkehre in Richtung ZOB wünschten sich manche ebenfalls eine eigene Radspur, da sie sich bei der gemeinsamen Führung mit dem Kfz- und Busverkehr nicht sicher fühlten. Eine weitere, oft erwähnte, Verbesserungsmöglichkeit für Radfahrende sind sichere und praktische Radabstellanlagen, die sowohl auf den Plätzen als auch den Multifunktionsstreifen platziert werden könnten.

Für die Gestaltung der Platzflächen wünschten sich fast alle Befragten viel Grün in Form von Bäumen, Büschen und Beeten (jedoch bitte keine Schotterbeete), Beschattung, sowie Sitzmöglichkeiten und teils auch Spielgeräte. Diese sollten kombiniert werden mit mehr Mülleimern und einer insgesamt verbesserten Sauberkeit. Auch öffentliche Toiletten und Trinkwasserspender wurden vielfach gewünscht.

Alle Anregungen und Wünsche wurden dokumentiert und werden derzeit von der Verwaltung geprüft und soweit möglich, in die Detailplanung aufgenommen. Andere Anregungen, wie bspw. zur Aufteilung des Straßenraums und der Verkehrsführung, stehen teils dem politischen Beschluss zur Grundkonzeption entgegen und können daher nicht berücksichtigt werden. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll der Förderantrag für das Vorhaben eingereicht werde, Wird dem stattgegeben, kann mit einem Baustart Ende 2024 gerechnet werden. Wir werden weiter darüber berichten.